Thesen und Forderungen zur kommunalen Politik der EVP Riehen-Bettingen 2015 – 2019

Unsere Werte - Basis politischer Arbeit

Die Vertreter der EVP lassen sich dank ideologischer und wirtschaftlicher Ungebundenheit von übergeordneten Werten – den christlichen Werten –  leiten. Die Förderung des  Gemeindewohls, die Stärkung der Hilfsbereitschaft und Solidarität sowie die Bewahrung der Schöpfung sind unsere zentralen Anliegen. Politische Anliegen überprüfen wir deshalb bezüglich ihrer Nachhaltigkeit, ihrer Umweltverträglichkeit, ihrer sozialen Gerechtigkeit und ihrem Nutzen für die Allgemeinheit. Dadurch verstehen wir uns auch als Partei der Mitte. Unsere Politiker und Politikerinnen wollen mit beiden Ohren hören, sind offen für linke und rechte Anliegen und sind bereit, Diskussionen konstruktiv zu führen, bis tragfähige und vernünftige politische Entscheide gefällt werden können.

Bildung – ein hohes Gut

Die Gemeinde Riehen hat mit der Überführung der Kindergärten und Primarschulen in die kommunale Hoheit eine grosse Verantwortung für die Grundbildung übernommen. Die Gemeindeschulen befinden sich noch im Prozess der Konsolidierung, und das eigene Profil muss erst noch fertig entwickelt werden. Eine vorbildliche Zusammenarbeit mit den Eltern, unter anderem zum Beispiel Elternpflichten und Elternrechte schärfen und einfordern, ist eine Voraussetzung dafür. Die Volksschulbildung muss eine hohe Qualität aufweisen und ist inhaltlich und strukturell so zu gestalten, dass sie für die Kinder eine optimale Ausgangsbasis für die weitere Ausbildung darstellt –sowohl was die Persönlichkeitsentwicklung als auch was schulische Fertigkeiten anbelangt. Gebäude, Mobiliar und Ausstattungen der Schulen sollen zeitgemässen Anforderungen gerecht werden. Solange sich die Infrastruktur nicht in kommunaler Hand befindet, müssen diese Ansprüche gegenüber dem Kanton durchgesetzt werden.  Die EVP ist dafür, die Schulhäuser in kommunale Verantwortung zu übernehmen; allerdings zu einem symbolischen Übernahmepreis. Es gilt „die Infrastruktur folgt der Aufgabe“, da die Investitionen für die Schulhäuser durch die Riehener Steuerzahler bereits mit ihren Kantonssteuer-Anteilen abgegolten worden sind. Kindergarten und Primarschule sollen soweit durchlässig sein, dass auch flexible Einschulungen möglich sind, aber als eigenständige Stufen im Schulsystem erhalten bleiben. Zum Wohl der Kinder ist anzustreben, dass über einen grossen Teil der 6 Jahre Primarschule Kontinuität bezüglich Lehrpersonen und Schulräumen herrscht. Die EVP bleibt bei ihrer Forderung nach harmonisierten Schulzeiten über alle Primarstufen und der Beibehaltung des Klassenlehrersystems.  Die Weiterentwicklung der Schulen, vor allem im Hinblick auf den Lehrplan 21, stellt weiter eine grosse Herausforderung für die Lehrpersonen und Schulleitungen dar. Eine sorgfältige Führung, auch um eine hohe Fluktuation der Lehrpersonen zu verhindern, ist von grosser Bedeutung. Wertvolle Spezialangebote, wie sie zum Beispiel die Gehörlosen- und Sprachheilschule Riehen zur Verfügung stellt, müssen erhalten werden für Bedürfnisse, die im Rahmen der Integration nicht abgedeckt werden können. Mögliche Pilotprojekte für spezielle Fördermassnahmen können auch durch Ressourcen solcher Anbieter aufgefangen werden. Auch wenn die EVP klar zur Staatsschule steht, sieht sie private Schulen als eine sinnvolle Ergänzung in der Bildungslandschaft. Im Rahmen der Volksschule werden gemeinsame Werte für das gesellschaftliche Leben vermittelt. Der von den Kirchgemeinden getragene Religionsunterricht erfüllt in dieser Hinsicht auch konfessionell übergreifend eine wichtige Aufgabe, indem er Kinder an die Entwicklung eigener Wertvorstellungen heranführt und ihnen Kenntnisse über die Bedeutung christlicher und ethischer Werte vermittelt. Die gemeinnützigen Aufgaben der Kirchen im religionskundlichen und sozialen Bereich sind finanziell abzugelten. Die Betreuung ausserhalb der Unterrichtszeit, wie Tagesstrukturen oder Mittagstische, soll der Nachfrage entsprechend angeboten werden und private Initiativen, zum Beispiel für Mittagstische, sollen unterstützt werden.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • hohe Qualität der primären Bildung (Kindergarten und Primarschule), dies schliesst die Infrastruktur wie die vermittelten Inhalte mit ein
  • Vermittlung von Werten auf der Basis der humanistischen Tradition und christlichen Kultur
  • Harmonisierung der Schulzeiten über die ganze Primarstufe
  • die Wiedereinführung von Einführungsklassen in die Primarschule
  • Übernahme der Schulhäuser und Kindergärten in kommunale Obhut.
  • kompetente Schulleitungen, die ihre Schulen gut und entwicklungsorientiert führen
  • Schulen, die von Kindern gerne besucht werden
  • bedarfsgerechte Tagesstrukturen

Familie und Freizeit in Riehen

Es ist die jüngste Generation, die Riehen bestimmt nicht nur als Schlafstadt nutzt. Anteilmässig nicht die grösste Gruppe, sorgt sie doch entscheidend für „Leben im Dorf“. Für Kinder sind gut ausgestattete Spielplätze wichtig. Denn die Spielplätze wirken auch als soziale Treffpunkte, nicht nur für die Kinder. Die Pausenplätze der Schulen bieten dafür noch ungenutztes Potential. Jugendliche haben es schon schwerer, geeignete Treffpunkte und Freiräume zu finden. Wo immer solche Freiräume möglich sind, zum Beispiel in Form von Zwischennutzungen, sollen sie deshalb unbedingt geschaffen werden. Mit der Eröffnung des Naturbads ist ein grosser Schritt für die Aufwertung der Freizeitangebote getan worden. Das Niederholz hat mit dem Freizeitzentrum Landauer eine überaus wertvolle Einrichtung für die Freizeitgestaltung und die Begegnung der Quartierbewohner. Die Realisierung eines ähnlichen Zentrums, das vor allem den Jugendlichen dienen sollte, ist auch in Riehen Nord anzustreben. Jugendtreffpunkte wie das Go-In sind weiterhin zu unterstützen. Der Quartiergedanke und das Zusammenleben der Generationen können durch echte Quartiertreffpunkte gestärkt werden. In solchen Zentren dürfte auch die für Riehen ebenfalls wünschenswerte Familienberatung Platz finden. Die vorhandene Infrastruktur für Sport und Freizeit  soll gut unterhalten und wo nötig erneuert werden, denn sie ist eine der Grundlagen für erfolgreiche Vereinstätigkeiten. Die Pausenplätze der Schulen sind zu öffnen und der Allgemeinheit ausserhalb der Schulzeiten zugänglich zu machen. Die Gemeinde soll die Aufmerksamkeit auch auf den Erhalt und die Schaffung von geeigneten Räumen für Vereine und private Initiativen für sportliche Nutzungen richten. Eine gute, lebenswerte Umgebung verbessert das Leben der Familien, dem wichtigsten sozialen Netz in unserer Gesellschaft. Die EVP steht auf allen Ebenen für die Unterstützung der Familie ein, wie diese Familie im Detail auch aussehen mag. Die Solidarität und der Zusammenhalt zwischen den Generationen werden dabei nie aus den Augen gelassen. Ein gutes Angebot an familienergänzenden Betreuungsformen ist heute ein unabdingbarer Teil einer familienfreundlichen Gemeinde.                  

Die EVP setzt sich ein für:

  • ein breites und gut ausgebautes Sport- und Freizeitangebot
  • Beratung und Unterstützung der Familien
  • lebendige Quartiere, deren Zentren und Treffpunkte dem sozialen Austausch, auch zwischen verschiedenen Generationen, dienen
  • Schutz des Sonntags als Ruhetag, damit Beziehungen gepflegt und erhalten werden können
  • Freiräume und Freizeitangebote für Jugendliche Förderung und Unterstützung des Riehener Vereinswesens als direkt erlebbares soziales Netzwerk

Finanzen verwalten und Steuern zahlen

Riehen ist steuerlich attraktiv. Im Interesse einer ausgeglichenen Bevölkerungsstruktur müssen auch im relativ engen, vom Kanton vorgegebenen Korsett des Steuergesetzes Wege gefunden werden, um Familien steuerlich zu entlasten. In den Verhandlungen zum künftigen Lastenausgleich zwischen Gemeinde und Kanton muss erreicht werden, dass der Kanton seine Rechnung nach kommunalen und kantonalen Aufgaben differenziert. Die Zentrumskosten, für die Riehen Ausgleich leistet, sollen transparent ausgewiesen werden. Die Verhandlungen müssen dazu führen, dass der Handlungsspielraum der Gemeinde möglichst gross ist – denn der Finanzhaushalt der Gemeinde ist aktuell weitgehend durch vom Kanton gesetzte Rahmenbedingungen gesetzt. Die Gemeinde muss einen ausgeglichenen Finanzhaushalt anstreben, welcher ein zu den wirtschaftlichen Bedingungen antizyklisches Verhalten erlaubt. In „guten Zeiten“ müssen zweckungebundene Reserven gebildet werden können. Investitionen  können dann innerhalb der technischen Richtlinien so gestaltet und terminiert werden, dass in wirtschaftlich schlechteren Zeiten, wenn sonst wenig investiert wird, der Gemeinde ein proaktives Vorgehen möglich ist. Die Gemeindeverwaltung muss bevölkerungsnah, effizient und dienstleistungs-orientiert funktionieren. Eine aktive Liegenschaftspolitik erlaubt der Gemeinde sinnvolle Investitionen und ist die einzige Möglichkeit, um einen gewissen Einfluss auf das Raumangebot, sei es für eigene Zwecke, für andere Zwecke im öffentlichen Interesse oder für den Wohnungsbau auszuüben.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • Verminderung der Steuerlast für Familien
  • Abzüge für Kinderbetreuung
  • einen sozialen Steuertarif
  • einen ausgeglichenen Finanzhaushalt
  • vorausschauende Investitionstätigkeit der Gemeinde

Gesundheit erhalten und soziale Aufgaben erfüllen

Die Gesundheitsversorgung in Riehen hat einige Umwälzungen erfahren. Die Grundversorgung für die Bevölkerung ist sicherzustellen, was angesichts des aktuellen Hausärztemangels eine Herausforderung darstellt. Das neue Geriatriespital und der Ausbau von Pflegeheimen muss optimal in die Riehener Struktur zur Versorgung der älteren und betagten Bevölkerung eingebunden werden. Die Angebote in diesem Bereich sind bedarfsgerecht zu planen und vor allem miteinander zu koordinieren, damit nicht in einem Bereich  ein Überangebot entsteht, während anderswo Lücken bestehen. Die Anzahl der Pflegebetten soll den Bedarf der Gemeinde Riehen abdecken. Genauso wichtig wie die stationäre Pflege ist die Unterstützung von Personen, die aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Beeinträchtigungen Betreuung und Pflege zuhause in Anspruch nehmen wollen. Diese Aufgaben werden von der Spitex und verschiedenen anderen Diensten erfüllt und sollen auch weiterhin gut und vor allem wertschätzend (mit Zeit für den einzelnen Menschen) erfüllt werden können. Die Gemeinde soll also ihren Spielraum nutzen, um für eine gute Gesundheitsversorgung die Rahmenbedingungen zu schaffen. Einfacher als Krankheiten zu heilen, ist es, die Gesundheit zu pflegen. Auf eine eigentliche Gesundheitspolitik mit Förderung einer gesunden Lebensweise und einem Schwerpunkt auf der Bewegungsförderung für alle Generationen ist deshalb Wert zu legen. Viele Aufgaben im Sozial- und Gesundheitswesen könnten ohne den Einsatz Freiwilliger nicht erfüllt werden. Ihre Tätigkeit ist daher auch ganz konkret anzuerkennen, zum Beispiel durch entsprechende Steuerabzüge. Die Sozialhilfe hat nicht nur einen Auftrag zur Hilfe und Unterstützung, sondern auch zur Integration von Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Dies schliesst behinderte Menschen und Flüchtlinge ein. Besondere Anstrengungen sind nötig und sollen erfolgen, um Arbeitslose mit Handicaps oder im Alter 50+ wieder in den Arbeitsprozess integrieren zu können.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • eine bedarfsgerechte medizinische Grundversorgung (Hausärzte)
  • wertschätzende Pflege von älteren Menschen vor Ort und ein Geriatriespital nebst den bestehenden Pflegeheimen
  • Gesundheitsförderung und Prävention
  • Anerkennung von Freiwilligenarbeit
  • Offenheit gegenüber erforderlichen Massnahmen im Asylwesen

Gewerbe – die Rahmenbedingungen

Gewerbe – die Rahmenbedingungen   Um eine gewerbliche Grundversorgung sicherzustellen, ist den am Ort ansässigen Dienstleistern Sorge zu tragen. Bei Arbeitsvergabungen der Gemeinde darf nicht alleine der Preis, sondern es müssen noch andere Kriterien mitentscheiden. Es sind dies insbesondere hohe Umweltschutzstandards, kurze Transportwege sowie Engagement in der Lehrlingsausbildung. Ein erklärtes Ziel besteht darin, die Gewerbeflächen auf dem Züblinareal möglichst zu erhalten und an einem mindestens ebenso geeigneten Standort (Hörnli) Zusatzflächen zu schaffen. Das Gelände des Werkhofs muss nach einem allfälligen Umzug des Werkhofs ebenfalls als Gewerbefläche erhalten bleiben. Die Zahl der Arbeitsplätze ist in Riehen gemessen an der Einwohnerschaft relativ klein. Daher ist die Ansiedlung von geeigneten, emissionsarmen Gewerbebetrieben mittels nutzbaren Arealen oder administrativer Unterstützung zu fördern.  Als Gegenleistung für die Förderung wird vom Gewerbe erwartet, dass es mit der Gemeinde im Rahmen des Arbeitsintegrationsprogrammes zusammenarbeitet. Die Gemeinde soll einen Anschluss an den Ausbildungsverbund erwägen.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • eine intakte und moderne Infrastruktur
  • den Erhalt von Arbeitszonen
  • Arbeitsplätze für alle arbeitswilligen Jugendlichen
  • Wiedereinstiegshilfen und Reintegrationsmassnahmen in den Arbeitsmarkt

Kultur für alle

Zu wenig Kultur haben wir in Riehen wahrlich nicht. Was uns fehlt, ist der „typische“ Riehener Anlass, ein Festival, ein Tag, ein „Event“ mit Ausstrahlung, der für die Marke Riehen steht. Da sind Ideen gefragt. Kultur ist ein weiter Begriff, und Kultur kann für jede und jeden etwas anderes  bedeuten – aber sie ist etwas, das für unsere Gesellschaft einen wichtigen „Kitt“ darstellt, weil sie Menschen zusammenbringt und die gesellschaftliche Entwicklung reflektiert. Wir haben den unschätzbaren Vorzug, dass sich ein Kunstmuseum von internationalem Renommée auf Gemeindegebiet befindet. Dies bedeutet für Riehen grosse Besucherströme. Die Vorteile als Museumsstandort werden noch viel zu wenig genutzt: so muss ein „Tourismus Riehen“, der den Namen verdient, erst aufgebaut und die Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler verstärkt werden. Riehen als Zentrum soll von den Besuchern auch vermehrt profitieren. Die Anbindung der Fondation ans Dorfzentrum ist mittels einer Durchwegung entlang dem Werthemann-Stähelinschen Landgut/Sarasinpark zu verbessern und der Bahnhof Riehen muss entschieden aufgewertet werden. Die regionale Kulturszene sowie die regionale und dörfliche Kultur dürfen über dem internationalen Glanz nicht vergessen gehen. Uns ist wichtig, dass das ganze Spektrum von Kultur,  angewandte und bildende Kunst, für alle Generationen, im Budget Platz findet. Dazu gehört auch die Pflege des kulturellen Erbes, sei es in den Museen oder Vereinen, sowie die Vermittlung des historischen Wissens, für welches die Dokumentationsstelle und das Historische Grundbuch eine wichtige Rolle spielen. Die Museen in den Wettsteinhäusern sollen nach über 20 Jahren eine Auffrischung und neue Attraktivität erhalten. Wir betrachten es als wichtig, dass allen Kindern, die ein Musikinstrument lernen wollen, dies auch ermöglicht wird. Wir unterstützen deshalb die Massnahmen zum Abbau der Wartelisten an der Musikschule und erwarten, dass sie kritisch begleitet und evaluiert werden.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • eine breite Kulturförderung, welche auch die regionale Kultur stärkt
  • musikalische Bildung, die allen Kindern zugänglich ist
  • einen für Riehen typischen, über die Region ausstrahlenden Anlass („Kulturtag“)
  • bessere Anbindung der Fondation Beyeler ans Dorfzentrum

Mobilität: sich bewegen im öffentlichen Raum

Wir anerkennen die Bedeutung des Individualverkehrs für Gewerbe und Wirtschaft. Letztlich bewältigen lassen sich die Verkehrsströme aber nur durch eine verstärkte Förderung des öffentlichen und des Langsam-Verkehrs. Stationen mit Leihvelos für Pendler nach dem Vorbild europäischer Hauptstädte könnten als Innovation gerade während der geplanten Bauten an der Hauptverkehrsachse eine erfolgversprechende Massnahme darstellen. Das Velokonzept hat nur dann eine Wirkung, wenn es mit griffigen Massnahmen umgesetzt wird, sonst bleibt es ein Papiertiger. Die Regio-S-Bahn soll auch am Wochenende im Halbstundentakt verkehren, und eine intelligente Verknüpfung der Buslinien mit der S-Bahn fördert die Nutzung dieses für Pendler und Grenzgänger wichtigen S-Bahn-Stranges. Durch Kommunikation mit den deutschen Nachbarn soll die Einrichtung von Park-and-Ride Anlagen an den peripheren Haltestellen erreicht werden. Der Bahnhof in Riehen muss entscheidend aufgewertet und seine Anbindung ans Dorfzentrum verbessert werden. Jeder Verkehr, der Quelle und Ziel nicht auf Gemeindegebiet hat, ist auf das übergeordnete Strassennetz – auf die Zollfreie Strasse und die Autobahnen - zu leiten. Dafür muss sich die Gemeinde mit allem Nachdruck bei Kanton und Nachbargemeinden einsetzen. Während der geplanten Umgestaltungsmassnahmen auf der Hauptverkehrsachse droht sonst der Kollaps. Eine Gefährdung von Quartierbewohnern und Kindern auf dem Schulweg durch Schleichverkehr ist nicht akzeptabel; Baustellenkoordination, Verkehrssteuerung und Lotsendienste müssen den voraussehbaren Problemen vorkehren. Den geplanten,, neuen S-Bahn-Haltepunkt in Lörrach-Stetten begrüssen wir, da er das Umsteigen von Pendlern auf die S-Bahn fördert. Die Parkraumbewirtschaftung in Riehen ist nach einer sinnvollen Periode zu evaluieren und allenfalls anzupassen. Der Dorfkern muss endlich zu einer durchgehenden Fussgängerzone werden. Dafür ist die Erstellung einer Tiefgarage im Zentrum unabdingbar.   Wir begrüssen ausdrücklich die Einrichtung von Begegnungsstrassen. Ihre Realis-ierung sollte erleichtert werden. Begegnungsstrassen können Nachbarschafts-beziehungen stärken.                     

Die EVP setzt sich ein für:

  • die Reduktion des Durchgangsverkehrs
  • den Ausbau des Langsamverkehrs und der Begegnungsstrassen
  • Halbstundentakt der S-Bahn am Wochenende, mittelfristig Viertelstundentakt
  • Begegnungsraum im Dorfzentrum

Siedlungspolitik – Planung für die Zukunft

Grosses grünes Dorf Riehen

Riehen besitzt eine sehr hohe Wohn- und Lebensqualität. Zu Recht wird Riehen lobend als das "Grosse, grüne Dorf" bezeichnet. Die Bevölkerung hat in Abstimmungen deutlich gezeigt, dass  sie ihre Gemeinde so erhalten möchte und dieses Privileg nicht aus der Hand geben will.  Dieses Bild von Riehen wollen wir erhalten. Darum darf dem Trend zum steigenden Flächenverbrauch nicht einfach nachgegeben werden. Die Siedlungsränder sind vor weiteren Überbauungen zu schützen. Das Element Wasser soll im Siedlungsraum besser sichtbar gemacht werden. Für die Erhaltung und Schaffung von zahlbarem Wohnraum spielen die Genossenschaften eine wichtige Rolle, leben doch 15% der Riehenerinnen und Riehener in einer Genossenschaftswohnung. Die Gemeinde muss die Genossenschaften deshalb dabei unterstützen, notwendige bauliche Erneuerungen vorzunehmen und ihre Liegenschaften optimal zu nutzen (Stöckliwohnungen, Vergrösserung und Modernisierung von Wohnungen). Die Immobilien  Basel-Stadt sind ebenfalls ein wichtiger Liegenschaftsbesitzer in Riehen und die Gemeinde muss die Zusammenarbeit mit diesem Akteur suchen. Das Stettenfeld ist zu 65% Bauzone. Den Beschlüssen der Zonenplanrevision folgend,   soll hier ein familienfreundliches Wohnen mit einem hohen Umweltstandard möglich werden. Die Areale im Stettenfeld müssen dabei schrittweise entwickelt werden, um das Quartier mit der Entwicklung und der damit verbundenen Bevölkerungszunahme nicht zu überfordern. Das Quartier soll autofrei gestaltet werden.       Ältere Mitbürger sollen in Riehen ein ihren jeweiligen Lebensumständen angepasstes Leben führen können.  Dazu gehört ein bedarfsgerechtes Wohnungsangebot. Die künftige Raumplanung soll auf Wohnmöglichkeiten Rücksicht nehmen, wo verschiedene Generationen einander unterstützen und zusammen leben können. Spezielle Aufmerksamkeit ist dem Zentrum Niederholz zu widmen, das vor einer bedeutenden Entwicklung steht und wo mit einer Bevölkerungszunahme zu rechnen ist. Die Infrastruktur muss mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt halten können.    

Die EVP setzt sich ein für:

  • Den Erhalt der jetzigen Siedlungsgrenzen
  • die sorgfältige Weiterentwicklung der eingezonten Gebiete, insbesondere des Stettenfeldes als autofreies Wohngebiet
  • familienfreundlicher Lebensraum
  • Stöckliwohnungen für Betagte und generationen-durchmischtes Wohnen  

Umwelt und Energie: Ritter der Nachhaltigkeit

Die Strategie der Gemeinde, die zur Erlangung des „Energy Award in Gold“ geführt hat, muss konsequent weitergeführt werden. Um auf Atomstrom verzichten zu können, braucht es konkrete Massnahmen. Dazu gehört die Förderung energiesparenden Bauens, unter anderem auch durch Förderbeiträge. Die Gemeinde sollte sich, was die Sanierung gemeindeeigener Bauten und die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch angeht, exemplarisch verhalten. Ein erster Schritt ist die konsequente Ausstattung geeigneter Dachflächen mit Solaranlagen. Aber auch das Fernziel „2. Bohrloch für die Erdwärme“ darf nicht aus den Augen verloren werden. Dem Prinzip der Nachhaltigkeit wird in allen Bereichen nachgelebt. Biodiversität ist Trumpf – das sollte auch für die Gemeinde Riehen gelten. Das Natur- und Landschaftsschutzkonzept muss aktualisiert und bei laufenden und künftigen Planungen immer berücksichtigt werden. Nur mit der Erhaltung von Lebensräumen ist die Erhaltung oder Wiederansiedlung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten möglich. Eine naturnahe Landwirtschaft hilft mit, diese Ziele zu erreichen. Die in der Gemeinde noch vorhandenen Landwirtschaftsbetriebe sollen nach Möglichkeit in ihrer Vielfalt erhalten bleiben. Die Flächen in der Ebene um den Siedlungsraum eignen sich gut als Weiden. Für den gemeindeeigenen Betrieb ist die Weiterführung der Milchwirtschaft anzustreben.  

Die EVP setzt sich ein für:

  • Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten
  • Förderung alternativer Energie, um auf Atomstrom verzichten zu können
  • Ausbau der Geothermie (2. Bohrloch in Riehen)
  • Massnahmen zur Förderung der Biodiversität in Feld und Wald
  • Weiterführung der nachhaltigen Waldpflege durch den gemeindeeigenen Forstbetrieb
  • Förderung einer naturnahen Landwirtschaft

Thesenpapier 2015 - 2019 (als PDF)